Nächtig führt’ ich in dem Nachen
Meine Liebe blond und schlank;
Wollten zwar zusammen wachen,
Doch ihr holdes Auge sank:
Und ich weckte sie zuweilen,
Doch sie blieb im Schlummer liegen;
Denn der Barke sanftes Wiegen
Wiegte bald sie wieder ein.
Und vom Wolkenstreif durchzogen
Kam der helle Mond heran.
Da umblinkten lichte Wogen
Unsrer Gondel sanfte Bahn.
Und ein leises Lüftchen spielte
Mit der Locke goldner Fülle,
Hob mit zartem Hauch die Hülle
Von des Mädchens Busen los.
So von ihrem Reiz umfangen
Ruht’ ich da in trunkner Lust,
Nah den Rosen ihrer Wangen,
Nah dem Mund und nah der Brust.
Tausend wechselnde Gefühle
Sprossten mir aus diesen Zügen,
Eine Regung, ein Vergnügen,
Das ich kaum zu nennen weiss.
Angebannt von Wonn’ und Liebe,
Musst’ ich sehn und wieder sehn,
Ach! und Amors regem Triebe
Konnt’ ich kaum noch widerstehn.
Und ich schloss die Augenlieder,
Wollte schlummern leise, leise,
Doch so nah dem Feuerkreise
Fand ich weder Rast noch Ruh.
