Ach wie erquickend ist es doch mitunter,
Ein schönes, edles Weib zu schaun;
Das Auge flammt; das Herz wird munter;
Nichts in der Welt belebt doch wie die Frau’n.
Man geht so als Garçon auf seine Reise;
Man sieht, bemerkt und reflektirt,
Und alles nur erbarmungswürd’ger Weise—
Stumpf wird der Geist, wenn Liebe nicht regiert.
Armer Gesell! Im fremden fernen Lande
Er unbekannt und sprachlos geht,
Und unterhält sich stets mit dem Verstande —
Bis der Verstand ihm stille steht!
Und ohne Liebe, ohne süßes Herzen
Ist Jugend doch ein welker Kranz,
Ein Puppenschauspiel ohne Kerzen,
Ein kalter Morgen ohne Sonnenglanz.
„Bist in Paris, und — welches seltne Träumen!
Sehnst dich nach Frauen? Das muß ich gestehn!
Du kannst wohl nicht den Wald vor lauter Bäumen,
Vor lauter Lilien und Rosen’ sehn?“
Ach Lieber! Zarte Lilien seh’ ich viele,
Selbst manche rothe Rose winkt;
Die Lilien aber — sind nicht mehr am Stiele;
Die Rosen sind — geschminkt.
Und schlanke Bäume seh’ ich auch sich heben;
Heiß aber drein die Mittagsonne bricht;
Es mangelt das bescheidne Schattenleben,
Das heilig grüne Dämmerlicht.
Ich mag nicht mehr bey diesen Heiden weilen,
Die abergläubisch ehren nur den Witz.
Ich kann es nicht! Ich will nach Norden eilen:
Da hat noch Ehrfurcht, Liebe, Tugend Sitz.
Leb’ wohl Apoll! Dein Bogen ist zerbrochen;
Du drohst nur als ein armer Gott aus Stein.
Venus, ade! Sollst mich nicht unterjochen,
Mir winket Freia nach dem Buchenhain.
