Das Nestchen der RuheAn meine Friede.Es giebt ein Plätzchen im kühlen Raum,Da flüstern die Lüftchen so linde;Fern rollen die Wogen den schneeigen Schaum,Gehoben vom lebenden Winde.Es spiegelt den Himmel die bläuliche See,Und wieget die Tief’ und wieget die Höh’;Sanft zwitschern die Vöglein im Baume.Es schattet ringsum der tiefe Hain,Und flüstert ins Tönen der Wogen;O hier ist’s lieblich und kühl zu seynIm grünen wölbenden Bogen.Leicht schwebet der Geist zwischen Erd’ und Luft,Ein athmender Hauch, ein wallender Duft,Von himmlischer Ruhe umzogen.Da fand ich mein Nestlein fertig erbaut,Als heimwärts ich zog von der Sonne.Mein harrte da Friedchen, die Tochter so traut,Und selbst in dem Norden war Wonne.O Friede, du Tochter und Weiblein so hold,Du Herz so rein und so treu wie Gold,Warst du’s, die das Nestchen erbaute?Solls werden der Mutter ein Nestlein der Ruh,Nach dem heißen Tage des Lebens?Drückst du mir einst liebend die Wimper hier zu,Und lebt’ ich und litt nicht vergebens?O Nestchen so süß, in des Baumes Schoos,O zieh mir nicht täuschende Hoffnung groß;Denn Hoffnung ach blüht oft vergebens!