Der Himmel war umzogen,
Es war so trüb’ und schwül,
Heiß kam der Wind geflogen,
Und trieb sein seltsam Spiel.
Ich schlich in tiefem Sinnen,
Von stillem Gram verzehrt. —
Was soll ich nun beginnen?
Mein Wunsch blieb unerhört.
Wenn Menschen könnten leben
Wie kleine Vögelein,
So wollt’ ich zu ihr schweben,
Und fröhlich mit ihr seyn.
Wär’ hier nichts mehr zu finden,
Wär’ Feld und Staude leer,
So flögen gleich den Winden
Wir über’s dunkle Meer.
Wir blieben bey dem Lenze
Und von dem Winter weit,
Wir hätten Frücht’ und Kränze,
Und immer gute Zeit.
Die Myrthe sproßt im Tritte
Der Wohlfahrt leicht hervor,
Doch um des Elends Hütte
Schießt Unkraut nur empor.
Mir war so bang zu Muthe,
Da sprang ein Kind heran,
Schwang fröhlich seine Ruthe,
Und sah mich freundlich an.
Warum mußt du dich grämen?
O! weine doch nicht so,
Kannst meine Gerte nehmen,
Dann wirst du wieder froh.
Ich nahm sie, und es hüpfte
Mit Freuden wieder fort,
Und stille Rührung knüpfte
Sich an des Kindes Wort.
Wie ich so bei mir dachte:
Was soll die Ruthe dir?
Schwankt aus den Büschen sachte
Ein grüner Glanz zu mir.
Die Königin der Schlangen
Schlich durch die Dämmerung;
Sie schien gleich goldnen Spangen
In wunderbarem Prunk.
Ihr Krönchen sah ich funkeln
Mit bunten Strahlen weit,
Und alles war im Dunkeln
Mit grünem Gold bestreut.
Ich nahte mich ihr leise,
Und traf sie mit dem Zweig:
So wunderbarer Weise
Ward ich unsäglich reich.
