LXXV. Verschmähte Liebe1784. Trocknet Thränen! schweiget Klagen!Länger kann ich’s nicht ertragen,Der Verachtung bittres Loos. Mutter Erde, hab’ Erbarmen!Freundlich öffne sich mir armenLiebesmärtyrer dein Schoos! Lebe wohl, Kind meiner Sorgen,Rosenbusch, den, jeden Morgen,Ich mit meinen Thränen goß! Und du, liebe, treue Taube! —Deine Mutter ward zum Raube,Meine Pflege zog dich groß. — Ach, du lohntest mir mit Dufte! —Ach, du kamst, wann ich dir rufte —Und die bange Zeit verfloß! Nur von euch empfing ich Freude!Nur von euch, geliebte Beyde,Reißt mein Herz sich blutend los! Dir, Amine, klopft es Segen,Frey von Grolle, noch entgegen,Dir im letzten Todesstoß. Schwimm’ in rauschendem Vergnügen,Kränze stolz, zu neuen Siegen,Dich mit meines Hügels Moos!