An Maria TheresiaHerzogin von Angouleme.O Maria Theresia, gut und groß,Entflieh’ des entarteten Vaterlands Schoos!Du Lilie des Himmels groß und hehr,Dein Frankreich findest du nimmer mehr.Du strahltest so sanft, wie MondenlichtDurch zitternder Nebel Schleier bricht;Von Thränen der Wehmuth sanft bethaut,War gekeimt und entblühet die Schmerzensbraut;Wer hätte Dich nicht voll Liebe begrüßt,Dem noch menschlich Blut in den Adern fließt?Wer kämpfte für Dich nicht bis auf den Tod,Dem noch heilig war der Ehre Gebot?Sie thatens nicht! und ewige SchmachFolgt den Verräthern an Frauen nach.Wo des Ritterthums ernst erhabene PrachtEntstieg der barbarischen Zeiten Nacht;An dem Strom, der von Heinrichs Wieg’ herabSich stürzt in des Ozeans Wellengrab.Wo Rinaldo’s Thaten die Welt erblickt,Ist der Frevel größter an Frauen geglückt!Und wo Bradamante das Licht einst sah,Verrieth man Maria Theresia!