I.
Wo ich bleiben ach, so gerne
Möchte all mein Lebenlang,
Ist ein Land in blauer Ferne
Voller Freud’ und Vogelsang.
Einsam liegt auf Blumenaue
Dort ein Hüttchen weiß und klein,
Und es wehen immer laue
Lüfte durch den grünen Hain.
Und es springt die kühle Quelle
Dicht dabei im hohen Wald,
Und es schlingt die Silberwelle
Rings sich um den Aufenthalt.
Ob ich einst es finden werde,
Wo, an welchen fernen Strand,
Oder gar nicht auf der Erde,
Ach, das ist mir unbekannt!
II.
Es fallen wie reife Früchte
Die Freunde von meiner Brust,
Derweil mein Herz ist traurig
Und flieht der Frohen Lust.
Es fahren wie dürre Blätter
Die Tage einsam hin,
Derweil das frohe Leben
Verschmäht den trüben Sinn.
III.
Die junge Saat im Herzen
Liegt unter’m Winterschnee,
Es kann nicht blüh’n das Leben
Vor lauter Liebesweh’.
O Sonne hinter Wolken,
O mildes Augenlicht,
Schein wieder und zernichte
Was mir das Herz erdrückt!
IV.
Die Flamme der Musen,
Ein heiliger Schmerz,
Erfüllen den Busen,
Erdrücken das Herz.
Der Schwermuth Gedanken
Umschlinget ein Traum,
Wie Epheu und Ranken
Im Winter den Baum.
Der Frühling wird kehren
Und grünen der Baum,
Und all dein Begehren
Ergrünt nur im Traum.
Gesehnt und gerungen,
Das hast du mein Herz,
Und dir ist gelungen
Ein endloser Schmerz.
V.
Schwarz, dunkel und trübe
Sind Himmel und Welt,
Ein Auge voll Liebe
Als Stern sie erhellt.
Der Stern sich entzündet
In leuchtender Pracht,
Entschwebt und verschwindet
In Dunkel und Nacht.
Und wer sich erkohren
Zum Leitstern den Schein,
Der irret verloren,
Umnachtet, allein.
Und wer nach dem Funken
Lang starret hinab,
Von Herzeleid trunken
Er taumelt ins Grab.