Dein gedenk’ ich; und ein sanft Entzücken
Strömet durch die Seele, die Dich liebt;
Das ist Einer von den Augenblicken,
Die zu sparsam mir das Schicksal gibt!
Ein Gefolge gramerfüllter Stunden
Drängt sich dicht um meine Jugend her.
Augenblicke sind mir froh verschwunden,
Aber Jahre trüb’ und freudenleer.
Eh’ ich Dich, mit Dir die Liebe kannte,
Da schon war es, als mein weiches Herz,
Von der Freundschaft reiner Freud’ entbrannte,
Aber öftrer von der Freundschaft Schmerz.
Ach! wie manchen riß von meiner Seiten
Schon der Tod, die Trennung schon dahin!
Wenig Anmuth, viele Bitterkeiten
Sind mein Loos, seit ich geworden bin.
Theile nicht das Loos von diesen Tagen,
Sanftes Mädchen! weine nicht um mich!
Nicht zum Grame, nicht zu finstern Klagen,
Nur zur Freude schuf der Himmel Dich.
O, vergiß, vergiß, das oft in Blicken,
Oft durch Worte deine Seele sprach!
Sieh, den Leiden, welche jetzt mich drücken,
Folgt vielleicht noch schwerers Leiden nach!
Doch, wenn einst mir Tage voller Freude,
Gleich der Sonn’ aus trüber Nacht, entstehn;
Sanftes Mädchen, o! dann laß uns beide
Treu umarmt den Pfad der Freude gehn.
Mit erleichtetem, vereintem Herzen
Danken wir der Vorsicht dann, daß sie
Endlich uns nach überstandnen Schmerzen
Den Genuß des schönsten Glücks verlieh.
