151. Die Zufriedenheit1776. Was frag’ ich viel nach Geld und Gut,Wenn ich zufrieden bin!Giebt Gott mir nur gesundes Blut,So hab’ ich frohen Sinn,Und sing’ aus dankbarem GemüthMein Morgen- und mein Abendlied. So mancher schwimmt im Ueberfluß,Hat Haus und Hof, und Geld;Und ist doch immer voll Verdruß,Und freut sich nicht der Welt.Je mehr er hat, je mehr er will;Nie schweigen seine Klagen still. Da heißt die Welt ein Jammerthal,Und deucht mir doch so schön;Hat Freuden ohne Maas und Zahl,Läßt keinen leer ausgehn.Das Käferlein, das VögeleinDarf sich ja auch des Maien freun. Und uns zu Liebe schmücken jaSich Wiese, Berg und Wald;Und Vögel singen fern und nah,Daß alles wiederhallt.Bey’r Arbeit singt die Lerch’ uns zu,Die Nachtigall bey’r süßen Ruh. Und wenn die goldne Sonn’ aufgeht,Und golden wird die Welt;Und alles in der Blüte steht,Und Aehren trägt das Feld;Dann denk’ ich: Alle diese PrachtHat Gott zu meiner Lust gemacht. Dann preis’ ich laut, und lobe Gott,Und schweb’ in hohem Muth,Und denk’: Es ist ein lieber Gott,Und meynt’s mit Menschen gut!Drum will ich immer dankbar seyn,Und mich der Güte Gottes freun!